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Geschichte von Pinzolo und Val Rendena


Die Geschichte  vom Val Rendena lässt sich bis zur Bronzezeit zurückverfolgen. Zu jener Zeit gab es die ersten, noch heute  an den Festungen von Massimeno, Giustino, Pelugo und Verdesina erkennbaren menschlichen Besiedlungen. Das Tal wurde von keltischen und rätischen Volkern bewohnt, die später in den Romanisierungsprozess in dieser Gegend eingebunden wurden. In Bezug auf das Hochmittelalter sind aufgrund fehlender Dokumentation keine genauren Angaben möglich, es ist schwer die historischen Fakten von den Legenden und den mündlichen überlieferten Erzählungen zu unterscheiden.

Der Ursprung des Ortes Spiazzo Rendena scheint zum Beispiel mit dem Bestehen einer Wallfahrtskirche in Verbindung zu stehen, die im Gedanken an das hier vom Heiligen Vigilio erlittenen Martyrium errichtet wurde; dieser Trienter Bischof, der Anfang des 5. Jahrhunderts lebte, kam in das Tal um die Bevölkerung zu evangelisieren, die noch an vorchristliche Kulte von Saturn und an anderen Göttern glaubte.

Während der Zeit der Franken hat hier ein, wenn auch nie bewiesenes, Ereignis stattgefunden, und zwar soll im Jahr 774 Karl dem Grossen hier vorbeizogen sein, der sich mit seinem Heer auf dem Wag nach Italien befand. Er soll die Burgen von Carilo und Pelugo zerstört haben und an ihrer Stelle kleine Kirchen errichtet haben.

Diese Legende findet durch die Fresken der Kirche Santo Stefano in Carisolo aus dem 16. Jahrhundert Bestätigung und wurde in der Benennung des Passo Campo Carlo Magno in Madonna di Campiglio wieder aufgenommen.

 

Die politischen Ereignisse der Täler Rendena und Giudicarie, die der Verwaltung des Fürstbischoftums von Trient bis zum Jahr 1027 unterstellt waren, wurden immer stark von den Geschehnissen außerhalb der Grenzen des Fürstentums beeinflusst. Neben dem gewalttätigen Eindringen der lombardischen und venetischen Herrschaften und den Kämpfe zwischen ihnen, wurde die Nähe zur italienischen Welt durch die ständig bestehenden, traditionellen Handelsbeziehungen mit den Produktionsstädten der Poebene deutlich. Diese Verbindung hatte auch im künstlerischen Bereich Einfluss und brachte unter anderem die Baschenis nach Rendena, eine umziehende Künstlerfamilie, die zwischen Mitte des 15. Jahrhunderts für etwa hundert Jahre wichtige Spuren ihrer Kunst auf den Wänden der meisten Kirchen des Tals hinterließen.

 

Die vom italienischen Schriftsteller Manzoni ernannte Pest erreichte Pinzolo und das Val Rendena 1630. Die große Zahl der Toten ist auf der Schwäche und der Armut der einheimlichen Bevölkerung zurück zuführen; diese Situation wurde noch durch die geringfügigen Mittel, die die Berge hergaben, verschlimmert. Ein Grossteil der männlichen Mitglieder der Gemeinschaft war gezwungen, woanders für sich und die Familien einen neuen Anfang zu suchen.

 

 

Die Emigration

 

L’arrotino, “Come eravamo” a CaderzoneDie Emigration hat die Geschichte vom Val Rendena stark beeinflusst.

Die Abwanderung tausender Einwohner kam bis nach dem zweiten Weltkrieg vor, als der Wirtschaftsaufschwung auch in diesem Tal seine Auswirkungen zeigte, entwickelte sich das Tourismus und das Lebensniveau besserte.

Am Anfang des 20. Jahrhundert nahm die Emigration solche Ausmaße an, das sogar ganze Berufsgruppen das Tal verließen. Die Einwohner übten besonders die Berufe des Scherenschleifer (“i moleti”) in vielen Länder ; an ihnen ist auch das Denkmal am Anfang der Ortschaft Pinzolo gewidmet. Dann wanderten viele Holzhandwerker („segantini) und Wursthersteller (“i salumai”) in den USA, Argentinien, Kanada und europäischen Länder aus.

 

Die Wursthändler waren es üblich schon 1800 in den Großstädten, wie Mantova im Winter auszuwandern um dort bis zur Fastenzeit ihre Wurstwaren, vor allem der sehr geschmackvollen „Salam da l’ai (Knoblauchhartwurst) zu verkaufen. Den Rest des Jahres vorüber widmeten sie sich an der Viehzucht und Landwirtschaft.

Während der Auswanderung erstand auch eine Berufssprache, das „taron“, eine Sprache die zwischen den Auswanderer benutz wurde um sich nicht verstehen zu lassen und um ihre Identität zu unterstreichen gebraucht wurde.

 

Il soldato, “Come eravamo” a CaderzoneEin vor kurzem Kapitel der Geschichte ist der Erste Weltkrieg (1915-1918) die hier auf den Gletscher Adamello auf mehr als 3000 Mt. Höhe zwischen den Österreichern und Italiener sich abspielte. Das Österreichischer-Ungarischer Kommando war in Pinzolo besiegelt. Der Ort war schon ein Sommertouristenziel vieler Bergsteiger die die Spitzen der Adamello-Presanella und Brenta Gruppe erobern wollten. 1864 Julius von Payer eroberte das erste Mal die Adamello Spitze, das Corno Bianco und das Corno Cavento, und da er Geograph und aus Leidenschaft Bergsteiger war schenkte er uns eine ausführliche Landschaftskarte der Brenta Dolomiten Gruppe. 

 

In Pinzolo wurde die erste Abteilung des Bergrettungsdienst Ende des 19. Jahrhunderts gegründet Dank Nepomuceno Bolognini und Prospero Marchetti. Bolognini, eine wichtige Figur des Trentiner Risorgimento,  war ein sehr aufmerksamerer Historiker der lokalen Kultur: am ihn die Anerkennung ein art Enzyklopädie der Sagen, Legenden und Traditionen des Tals geschrieben zu haben, Dank der wir heutzutage viele Kenntnisse haben.

 

 

Die Wirtschaft

 

Am Ende des letzten Jahrhunderts gab es am Anfang vom Val Genova, in Carisolo, eine Glaserei, ”la vetreria”, der Familie Bolognini, deren Gebäude sich bis heutzutage aufbewahrt haben. Die Wirtschaft im Val Rendena war jedoch von anderen Produktionsformen getragen: der Holzverarbeitung, Viehzucht und Handel, eine geringfügige Landwirtschaft (hauptsächlich Kartoffeln).

1712 wurden von der Schweiz einige Kühe, die dann Stammexemplare der heutzutage berühmten Kuhrasse Rendena wurden, denn sie waren besonders geeignet für den Nährstoffarmen Boden und produzierten dennoch viel Milch. Heute ist die Rasse Rendena über Italien hinaus eine der bekanntesten und wichtigsten.

 


Die Kunst

 

Der Name des Heiligen Vigilio kommt sehr oft im Val Rendena hervor. In Pinzolo befindet sich die an ihm gewidmet Friedhofskirche: sie wurde vor dem Jahr 1000 im Norden der Ortschaft errichtet, im 15. Jahrhundert erneuert und 1515 vergrößert. Zwischen 1538 und 1548 wurde die südliche Wand vom Künstler Simone Baschenis di Averaria mit dem Fresko des Totentanz bemalt: auf einer Länge 21 Meters sind 40 Figuren mit dichterische und volkstümliche Beschriftungen abgebildet. 

 

Danza Macabra, Chiesa di S.Vigilio, PinzoloEs sind die Skelette die mit einer Totesbotschaft die Symbolen der Macht und die Vergänglichkeit der Werte des Mittelalterlichen Menschen mahnen: der Papst, der Kardinal, der König, das Reichtum, die Jungend, die Schönheit. Im Totentanz werden die negative und dustere Weltahnschau ausgedruckt, die an der Unabwendbarkeit und Gleichheit aller Menschen vor dem Tod. Diese „biblia pauperum“ übermittelt dennoch auch eine Botschaft für das Leben: der Tot ist nicht wie ein unbesiegbares Kraft betrachtet  aber auch wie eine Wirklichkeit, die vom der Hingabe Jesus Christus und von den Verdiensten jedes einzelnen Menschen, der Gutes tut, besiegt wird.  

Schriftstücke und so genannte „Disiplin Instrumente“, die auf dem Friedhof S. Vigilio gefunden wurden, bestätigen, dass das Leben in Pinzolo einst intensiv von der Anwesenheit und der Lebensweise der Bruderschaft „Battuti“, auch Fradaya de li Batuti genannt, bestimmt wurde; es handelte sich um eine religiöse Gemeinschaft aus Laienbruder, die ihrem Glauben durch lange Gebete, strenge Bussen und soziale und kreative Handlungen Ausdruck verliehen. Die Bruderschaft wurde 1820 aufgelöst.

Der Überlieferung nach soll die Bruderschaft die Fresken aus dem 16. jahrhundert der zwei Totentanze auf den Außenfassaden der Kirche S. Vigilio und S. Stefano in Auftrag gegeben haben.

 

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