Von den ruhigen Gassen des kleinen Weilers Por zur abgeschiedenen, majestätischen Forte Carriola Festung – ein stummer Zeuge der Geschichte, an dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
Vom kleinen Weiler Por aus offenbart sich die Geschichte Schritt für Schritt. Die Wanderung beginnt am Ortsrand und führt in einen dichten Wald, der einst die Geheimnisse der österreichisch-ungarischen Verteidigung barg.
Der heute friedliche Naturpfad diente einst als eine der zahlreichen Militärwege, die die Berge des Trentino durchzogen. Der Pfad wurde hauptsächlich von Frauen – den sogenannten „Portatrici“ – begangen, die Tag für Tag Vorräte aller Art vom Talboden bis zur Festung und sogar auf die Gipfel hinauftrugen, um die Soldaten zu unterstützen.
Der Weg steigt gleichmäßig an und trifft auf einem Abschnitt des Friedenswegs („Sentiero della Pace“), der das gesamte Trentino von Ost nach West durchquert. Mit zunehmender Höhe verblasst die Anstrengung in der immer frischer werdenden Luft, während sich der Blick weit über das Valle del Chiese Tal öffnet.
Auf 1.054 m Höhe erblickt man schließlich die imposante Festung Forte Carriola – eine der modernsten Anlagen ihrer Zeit. Aus Stahlbeton errichtet, steht sie heute als stummer Zeuge als Ruine da. Beim Durchschreiten ihrer Überreste und ehemaligen Geschützstellungen scheint das Echo des Ersten Weltkriegs noch wahrnehmbar – eine eindringliche Erinnerung zwischen dem Cadria Nozzolo Massiv und den südlichen Ausläufern des Adamello Massivs.
Am selben Hang befindet sich noch eine weitere, diesmal aus dem Mittelalter stammende Festung: Castel Romano, einst Sitz der Grafen von Lodron. Die Burg ruht kurz vor dem Weiler Por auf einem Felssporn über dem Valle del Chiese Tal.