Ein Militärpfad zum Gedenken an Hauptmann Theodor Bernatz, jenen Offizier der k.u.k. Armee, der am längsten das Kommando über den Nardìs-Untersektor innehatte.
Dieser nahezu ebene Höhenweg verläuft zwischen der Seyfriedhütte auf 2.550 m und der windexponierten Ganöta-Scharte auf 2.565 m – eine Bergspalte nordwestlich des Cima Tamalè Gipfels. Hier misst sich die Zeit am langsamen Zerfall des Gesteins selbst, und bei genauerer Betrachtung lassen sich noch einzelne Abschnitte der steinernen Pflasterung erkennen: greifbare Zeugnisse militärischer Ingenieurskunst, geschaffen, um das Gewicht von Soldaten und Lasttieren zu tragen und dem Abrutschen des Untergrunds für einen sicheren Durchgang entgegenzuwirken.
Schon bald erreicht der Pfad die strategisch bedeutenden Ganöta-Posten. Von hier eröffnet sich ein weites Panorama, in dem Geologie und Geschichte untrennbar miteinander verschmelzen. Weite Teile der Adamello-Gruppe liegen zu Füßen, der Blick fällt in das tief eingeschnittene Val Genova Tal mit seinen Seitentälern – Germenega, Siniciaga, Làres, Folgorida und Stablel. Hoch darüber thront, einem schlafenden Riesen gleich, der Vedretta di Làres Gletscher, während im Hintergrund der mächtige Carè Alto, der legendäre Corno di Cavento und der schroffe Crozzon di Làres dominieren. Im Norden umrahmt das obere Val di Nardìs Tal den majestätischen Gipfel der Cima Presanella. Zu Kriegszeiten verband dieser Weg entlang des Tamalè-Kamms die Posten und Artilleriestellungen am Gebirgskamm – teils über Stege und seilgesicherte Passagen – bis zur Seilbahnstation am Passo Scarazzon delle Rocchette Bergpass.
Um den Ausgangspunkt der Wanderung an der Seyfriedhütte zu erreichen, lokal als „Plan da li barachi“ (Ebene der Baracken) bekannt, muss zunächst ein Großteil des Val Nardìs Tals (Val Nardìs – La Via delle Valli) durchquert werden. Der Weg führt dabei an den Hütten Malga Nardìs und Malga Fiori vorbei und folgt anschließend mehr als der Hälfte des Landesschützen Pfads